IWR-Pressedienst.de

Pressemitteilungen der Energiewirtschaft seit 1999

fotolia 73444491 1280 256

Pressemitteilung

Herausgeber: EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

LNG oder Wasserstoff in den Lkw?

Logistik- und Erneuerbaren-Branche diskutieren über zukunftsfähigen Schwerlastverkehr

© Uros Petrovic / Fotolia.com
© Uros Petrovic / Fotolia.com
Husum (iwr-pressedienst) - Mit der Befreiung von der Mautgebühr und einem Investitionszuschuss von 8.000 bis 40.000 Euro für Lastkraftwagen (Lkw) von über 7,5 Tonnen fördert das Bundesverkehrsministerium alternative Antriebe im Güterverkehr. Darunter fallen Gas (CNG), Flüssiggas (LNG), Batterie- oder Brennstoffzellen-elektrische Antriebe mit Wasserstoff als Energieträger. Welche dieser Antriebstechnologien bietet die größten Vorteile hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz? Um diese Fragen zu beantworten und die Logistik- mit der Erneuerbare-Energien-Branche zu vernetzen, hatte die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) zur EE-Werkstatt „LNG oder Wasserstoff - Handlungsoptionen für die Logistik-Branche“ ins Gründerzentrum LOG-IN der Wirtschaftsagentur Neumünster eingeladen. Veranstaltungspartner und Sponsoren waren die Logistik-Initiative Schleswig-Holstein, der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein e.V., MBA Neumünster GmbH, Herbert Voigt GmbH & Co. KG und der Unternehmensverband Mittelholstein e. V.

„Ich glaube, dass beide Energieträger sich gut ergänzen“, sagte Kurt-Christoph von Knobelsdorff vom schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium zur Frage „LNG oder Wasserstoff“. Wie Andreas Lischke vom DLR-Institut für Verkehrsforschung aus Berlin im Eingangsreferat erklärt hatte, ist LNG zwar ein fossiler Brennstoff und trägt damit kaum zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei, doch bei seiner Verbrennung entstehen 50 % weniger Stickoxide und kaum Feinstaub. „LNG als Kraftstoff wird für den Klimaschutz noch interessanter, wenn man synthetische Kraftstoffe beimischt“, führte von Knobelsdorff aus. Wasserstoff, hergestellt mithilfe von Wind- oder Sonnenstrom – so genannter „grüner Wasserstoff“ – könne Grundstoff für solche synthetischen Kraftstoffe oder für die chemische Industrie sein oder selbst als Antriebsstoff und Energieträger dienen. Mit dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel und seiner hohen Produktion an regenerativer Energie sei Schleswig-Holstein für beide Technologien ein idealer Standort. „Mit dem Reallabor-Programm der Bundesregierung können wir einen großen Schritt zum Aufbau industrieller Produktionsstrukturen für grünen Wasserstoff machen“, erklärte von Knobelsdorff.

Lkw mit LNG-Antrieb sind bereits jetzt von verschiedenen Herstellern am Markt erhältlich, wie die Vertreter der Lkw-Hersteller Iveco Magirus und Volvo Trucks, Manfred Kuchlmayr und Michael Scheuern, ausführten. Brennstoffzellen-elektrische Antriebe für Pkw sind zwar schon serienreif, für Lkw jedoch noch im Demonstrations-Stadium. Das Problem: Weder für LNG noch für Wasserstoff gibt es bisher ein flächendeckendes Tankstellen-Netz. Doch das soll sich ändern: Die LIQVIS GmbH installiert zurzeit acht neue LNG-Tankstellen in Deutschland und ist bereit mehr zu bauen, sobald an einem Ort mehr als 30 LNG-Lkw vorhanden sind. Für Wasserstoff-Tankstellen will das Firmenkonsortium H2-Mobility sorgen. Es hat bereits 60 Tankstellen in Deutschland gebaut und plant 40 weitere.

Dr. Felix Weise vom Zertifizierungs-Unternehmen DNV GL riet, lieber auf eine Übergangstechnologie zu setzen als über die eine, große Zukunftslösung zu diskutieren. Er verwies auf den geringeren Schadstoffausstoß von LNG und empfahl, Ausschreibungen an Emissions-Einsparungen zu koppeln.

Silke Rittgerott vom Bundesverkehrsministerium erläuterte die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS). Sie setzt auf einen Mix aus Elektrifizierung, LNG, CNG, Brennstoffzellen und Hybrid-Oberleitungs-Fahrzeugen und Strategierahmenpläne für den Aufbau einer angemessenen Tank- und Ladeinfrastruktur. Rittgerott stellte die Fördermaßnahmen für CNG/ LNG und Wasserstoff vor, von Energiesteuer-Ermäßigung, Mautbefreiung und Investitionszuschüssen bis zu Förderprogrammen wie dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP).


Download Pressefoto:
https://www.iwrpressedienst.de/bild/ee-sh/a6594_Gastankstelle_Uros_Petrovic_Fotolia.jpg
© Uros Petrovic / Fotolia.com


Husum, den 29. Januar 2019


Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an EE.SH - Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH wird freundlichst erbeten.


Achtung Redaktionen - Für Fragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Pressekontakt:
EE.SH - Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein
Dr. Matthias Hüppauff
Mail: info@ee-sh.de


EE.SH - Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein
Projektträger:
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH
Schloßstraße 7
25813 Husum
Tel: +49 (0)4841 6685-0
Fax: +49 (0)4841 6685-16

Internet: https://ee-sh.de



Online-Pressemappe - alle Pressemitteilungen der EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH | RSS-Feed abonnieren


Pressebilder nur für die redaktionelle Verwendung
Hinweis: Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Emittent / Herausgeber der Meldung »EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH« verantwortlich.

Weitere Pressemitteilungen von EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH


Top 10: Meist geklickte Pressemitteilungen von EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

  1. Wasserstoff: wirtschaftliches Standbein für die Windkraft
  2. Erneuerbaren-Netzwerk für den Norden ist komplett
  3. Sonderbeitrag der Offshore-Windenergie für 65 Prozent-Ziel in 2030 nutzen – Branche bietet der Politik schnelle Unterstützung an
  4. Anleitung für Wertschöpfung aus Windenergie
  5. Dänisch-deutsche Kooperation für die Erneuerbaren
  6. Nahwärme aus dem Bunker
  7. Mehr politisches Gewicht für Schleswig-Holsteins Erneuerbaren-Branche
  8. LNG oder Wasserstoff in den Lkw?
  9. Windenergie – Krise oder Neuanfang?
  10. Ausbauziel mit Innovationen und Akzeptanz erreichen

Über EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH

Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) unterstützt die Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche, die im nördlichsten Bundesland tätig sind oder sich hier ansiedeln wollen. EE.SH vernetzt die Unternehmen auf Messen und Veranstaltungen, informiert über neue politische Rahmenbedingungen, Förderprogramme oder technische Innovationen und stellt zur Exportförderung Kontakte ins Ausland und in andere Bundesländer her.

Projektträger der Netzwerkagentur EE.SH ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland. EE.SH wird vom Land, der EU und acht Kooperationspartnern finanziert und arbeitet eng mit den Hochschulen des Landes zusammen. Ziel ist, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Schleswig-Holstein zu halten und zu vermehren und eine Vollversorgung der Region beziehungsweise einzelner Gewerbegebiete und Unternehmen mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu erreichen. Dafür unterstützt EE.SH Projekte im Bereich Sektorenkopplung, Netzintegration, Vermarktung und Speicherung von Energie sowie die IT-gestützte Kombination und Steuerung verschiedener Energiequellen und Verbraucher.

windcomm schleswig-holstein e. V. ist ein Verbund aus über 100 Unternehmen der Windenergie-Branche in Schleswig-Holstein und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Planung, Finanzierung, Rechtsberatung und Ingenieursdienstleistungen über Montage, Transport und Logistik bis hin zu Aus- und Weiterbildung ab. windcomm entstand als Förderverein der gleichnamigen, vom Land Schleswig-Holstein finanzierten Netzwerkagentur windcomm, die inzwischen im Projekt EE.SH aufgegangen ist und ihr Themenspektrum auf alle erneuerbaren Energien sowie deren Speicherung und Vermarktung erweitert hat. windcomm ist als von Mitgliedsbeiträgen finanzierter Verein politisch unabhängig und ist eine starke Cluster-Organisation für die Windkraft in Schleswig-Holstein. Bei exklusiven Veranstaltungen können windcomm-e. V.-Mitglieder mit Landes- und Bundespolitikern diskutieren und aktuelle Entwicklungen der Energiepolitik verfolgen. windcomm e. V. bietet seinen Mitgliedern Vertriebsunterstützung und erleichtert den Kontakt zu internationalen Geschäftspartnern, zum Beispiel durch gemeinsame Messeauftritte.

Weitere Informationen zu EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH